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Seawaybill oder Bill of Lading? Wann Sie sich für welches Dokument entscheiden sollten

Zu jedem Transport müssen entsprechende Frachtbriefe ausgestellt werden, die das Kaufgeschäft zwischen Ihnen und Ihren Partnern und den daraus resultierenden Transport abbilden. Doch welche Art von Seefrachtbrief soll ausgestellt werden? In diesem Artikel stellen wir beide Dokument-Typen gegenüber, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Anna-Sophia Metzel, Maik Schulze, 11 August 2022

Was ist ein Bill of Lading?

Das sogenannte „Original Bill of Lading“, kurz “B/L”wird im Deutschen auch als „Konnossement“ bezeichnet und hat einen ernsten Hintergrund, denn es verkörpert die Ware und verbrieft das Recht auf Eigentum an dieser Ware. Aus diesem Grund handelt es sich auch um ein übertragbares (Negotiable) Dokument. Wer alle Ausfertigungen des Bills of Lading bei sich hat, ist faktisch der Eigentümer der Ware, d.h. diese Dokumente repräsentieren auch den entsprechenden Warenwert der Güter. Es ist also vor allem dann sinnvoll, wenn Sie zum Beispiel eine neue Geschäftsbeziehung vorliegen haben und daher noch kein Vertrauensverhältnis hinsichtlich „Lieferung“ respektive „Zahlung“ aufbauen konnten. In diesen Fällen empfiehlt es sich auch auf den Vorgang eines Dokumenten-Akkreditivs zurückzugreifen, denn das Konnossement verfügt über mehrere Funktionen: die Beweisfunktion (u.a. Nachweis der Verladung an Board), Sperrfunktion, sowie die Legitimations- und Verfügungsfunktion.

Bei “to order” Konnossementen müssen die Originale indossiert sein, d.h. es muss eine nachvollziehbare Eigentümerkette durch Stempel und Unterschrift auf der Vorderseite (dort, wo die Terms & Conditions gedruckt sind) dokumentiert sein. Angefangen beim Shipper, gefolgt von den jeweiligen Käufern. Bei Namens-Konnossementen bedarf es keiner Indossamente. Hier wird nur an dem im Consignee-Feld genannten Empfänger ausgeliefert, es sei denn, dieser stellt eine Abtretungserklärung an den Reeder für einen anderen Empfänger aus.

Zur Freistellung muss mindestens 1 Original B/L im Löschhafen beim zuständigen Twill Büro eingereicht werden. Eine Übersicht finden Sie hier.

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Sobald ein Original eingereicht worden is, verlieren alle anderen ihre Gültigkeit.

Damit wird vermieden, dass mehrere Parteien Anspruch auf dieselbe Ware anmelden können. Das Gleiche gilt für Exporteure/Versender: mit der Übergabe des Original Bills of Lading an Ihren Kunden führen Sie die Eigentumsübertragung durch. Auch hier empfehlen wir die Nutzung eines Kurier-Dienstes.

Sie können auch Online auf der Twill-Plattform eigenständig ein sog. „Telex-Release“ anstoßen, denn das wird den Prozess für Ihren Kunden importseitig stark vereinfachen. Bitte fordern Sie aber unbedingt proaktiv das gedruckte Bill of Lading beim Twill Customer Service an und nennen Sie uns die Adresse, an welche die Ausfertigungen geschickt werden sollen. Die Kurier-Kosten werden von Ihnen getragen. Die Anzahl an gedruckten Ausfertigungen können Sie individuell während der Übermittlung der Versandinstruktionen bestimmen. Standardmäßig sind immer 3 Drucks hinterlegt.

In manchen Ländern, wie zum Beispiel Bangladesh, gibt es aufgrund lokaler Gesetzgebungen keine Alternative zum Original Bill of Lading. Da es sich hierbei allerdings eher um Ausnahmen als Regeln handelt, stellen wir Ihnen fortfolgend das Seawaybill als Alternative zum Original Bill of Lading vor.

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Was ist ein Sea Waybill?

Das Seawaybill hingegen ist ein einfaches, nicht übertragbares Transportdokument (non-negotiable). Dieses muss nicht gedruckt werden und reicht in elektronischer Form als Beweisdokument aus. Sie können es sich eigenständig auf der Twill-Plattform herunterladen und so oft ausdrucken, wie sie möchten. Es besteht kein Grund diese Frachtbriefe zu indossieren und auch keine Notwendigkeit diese per Post, Kurier oder anderen Diensten zu versenden. Wir können die Container direkt am Löschhafen freistellen, da hier kein Nachweis des Eigentums notwendig ist. Es ist also vom Aufwand her um ein Vielfaches einfacher für alle Beteiligten und vor allem bei Regelgeschäften mit hohem Vertrauensverhältnis geeignet. Mit dem Seawaybill wird lediglich das Kaufgeschäft zwischen Ihnen und Ihrem Geschäftspartner sowie die Beförderung über die Reederei Maersk bzw. Sealand für eine definierte Strecke festgehalten aber kein Eigentum geregelt. Sie können auch hier über eine Abtretungserklärung die Ware über einen anderen Empfänger als im Waybill genannten abnehmen lassen.

Checkliste: Bill of Lading vs. Sea Waybill

Mit der folgenden Checkliste haben Sie die Möglichkeit sich auf die Schnelle einen Überblick zu verschaffen. Da wir aber natürlich keine Einsicht in Ihre geschäftlichen Vorgänge haben, ist es lediglich als Leitfaden zu verstehen. Es obliegt natürlich Ihnen, für welchen Frachtbrief-Typ Sie sich entscheiden.

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